Schönheit! Schönheit! Kompetenz!

26. August 2009 geschrieben von Bettina Schulze  
Abgelegt unter Schein und Sein, Zeit und Geist

hcp_09082303aManuela Schwesig ist zweifellos eines der Nachwuchstalente in der SPD und daher auch seit der Aufnahme in Steinmeiers Kompetenzteam zahlreich in den Medien vertreten. Es ist erfreulich, dass eine junge Frau in Deutschland wieder für echte Frauenpolitik eintritt, die zum einen nicht nur Familienpolitik ist und zum anderen die unterschiedlichsten Formen von Familie in Ihre Politik mit einbezieht.

Einer der neuesten Berichte in der taz hat mich heute jedoch sehr erschreckt. Dort ist Frau Schwesig in etwas seltsamer, körperlich sehr naher Pose mit Kanzlerkandidat Steinmeier abgebildet. Darunter die Unterschrift: “Ich bin nicht wegen meines Aussehens, sondern wegen meiner Kompetenz ins Team Steinmeier berufen worden.” Gleich die erste Frage des Interviews bezieht sich auf ihr Äußeres. Auch viele andere Darstellungen im Fernsehen und in den Zeitungen spielen auf ihr junges Alter und ihr Aussehen an.

Für mich zeigt diese Darstellung eins: Frauen werden in den Medien immer noch verstärkt auf ihr Äußeres reduziert. Impliziert wird damit suggeriert, dass sie nicht durch Ihre Kompetenz sondern durch Ihr Aussehen zu ihrem politischen Erfolg gekommen sind. Dieses Aufdrücken typischer Rollenmuster ist ärgerlich. Wieso müssen Frauen in den Medien auf diese Art und Weise dargestellt werden? Wann werden Frauen in Politik und Wirtschaft genauso ernst genommen wie Männer? Solang diese Darstellungen vorherrschen, wird sich auch in unseren Köpfen nichts verändern. Diese Darstellungen sind ein Rückschritt für die Gleichstellung und müssen kritisiert werden!

Über mich: Seit Juni 2009 bin ich Mitglied im Juso-Bundesvorstand und dort unter anderem für das Thema Gleichstellung zuständig. Als Tochter einer alleinerziehenden Mutter wurde mir früh die Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft bewusst. Seit langer Zeit bin ich daher – unter anderem bei amnesty international - für die Frauenrechte aktiv.

Gleichstellungspolitik bedeutet Fortschritt!

31. Juli 2009 geschrieben von Bettina Schulze  
Abgelegt unter Schein und Sein, Zeit und Geist

Gleichstellungspolitik bedeutet Fortschritt!

Der gleiche Zugang von Frauen und Männern zu den gesellschaftlichen Ressourcen, wie der Bildung oder der Teilhabe am Arbeitsmarkt sind Grundanliegen unserer Gesellschaft, die sich aus Artikel 3, 2 des Grundgesetzes ergeben. Auf die Beseitigung von Nachteilen hinzuwirken, ist Aufgabe der Politik, aber auch der Zivilgesellschaft.

Abgesehen von diesem Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und Frau, der nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch auf der ganzen Welt verwirklicht werden sollte, bedeutet Gleichberechtigung einen Fortschritt in allen Politikbereichen. Nicht umsonst, sind die skandinavischen Länder, die über ein hohes Maß an Gleichberechtigung verfügen, führend in vielen anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Bildungspolitik. In der Entwicklungszusammenarbeit hat man längst erkannt, die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen große ökonomische Verluste verursacht. Dort reagiert man längst mit genderspezifischen Wirtschaftsprogrammen, wie der Vergabe von Kleinkrediten an Frauen.

Diskriminierung von Frauen schadet der gesamten Gesellschaft. Aus diesem Blickwinkel sollte Gleichstellungspolitik ein Thema für jede und jeden politisch Verantwortliche/Verantwortlichen sein. Wer die Gesellschaft voran bringen will, muss Gleichberechtigung schaffen. Die politischen Forderungen hierfür sind klar: die staatliche Förderung einer gerechten Aufteilung der Familien- und Erwerbsarbeit, gerechte Entlohnung, ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und eine geschlechtergerechte Politik in allen Politikbereichen.