Die Schwester im Fußball

18. Januar 2010 geschrieben von Katrin Muench  
Abgelegt unter Schein und Sein, Zeit und Geist

fusballfrau_xsMan kann Frauenfußball mögen oder nicht. Witzig und gut gemacht ist die kleine Schwester des Fußballmagazins „11 Freunde“ auf jeden Fall. „11 Freundinnen“ ist vom Schreibstil, der Fotosprache und den Rubriken dem Magazinbruder nachempfunden. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Das Magazin definiert den Sport neu. Nicht als Kopie des etablierten Männerfußballs sondern als eigenständige Sportart. Man kann entweder über Jahre hinweg bemängeln, das Frauenfußball (immer noch) kein Teil der deutschen Fußballkultur ist. Oder man vergibt einfach neue Regeln. Und genau das tun die Fußballfrauen auf eine erfrischende Weise. Ihre Interviews sind humorvoll, selbstkritisch, ehrlich und vor allem bodenständig. Ein Medienverhalten, das man von männlichen Bundesliga-Spielern nur selten erlebt. Auch die traditionellen Tipp-Kick-Spieler unter uns müssen umdenken. Wer früher, seinen Gegner mit den Worten „wir spielen hier keinen Frauenfußball“ zur Demütigung zwingen wollte, muss in Zukunft klein beigeben. Frauenfußball ist schneller, härter und aggressiver als gedacht. Mit dem Mädchenfußball ist es spätestens bei internationalen Wettkämpfen und in der Bundesliga vorbei. Überzeugen kann man sich davon live auf dem Spielfeld. Und wem das jetzt noch nicht genug war, dem sei noch die neue weibliche Tipp-Kick-Figur empfohlen, die im Frühjahr mit modischem schwarzen Federschwanz in die Geschäfte kommt. Na dann: mal los!

Frauen ziehen schon in der Ausbildung den Kürzeren

28. August 2009 geschrieben von Katrin Muench  
Abgelegt unter Pogo auf dem Arbeitsmarkt

Lernen

Heute wurde der neue Ausbildungsreport der DGB-Jugend veröffentlicht. Er bestätigt das, was ich immer schon geahnt habe: Junge Frauen sind bereits in der Ausbildung benachteiligt. Weniger Lohn, weniger Urlaub und mehr Überstunden, die nicht abgebaut werden können - das ist der große geschlechtsspezifische Unterschied in der Ausbildung. Diskriminierungen, die in der Ausbildung beginnen, setzen sich auf dem Arbeitsmarkt der Erwachsenen fort.

Zeit, dass sich endlich etwas dreht in der Arbeitswelt! Während die Konservativen weiter mit geschlossenen Augen durch die Welt laufen und die Interessen der jungen Frauen an die der Wirtschaft verkaufen, kämpft die SPD für einen Mindestlohn und für gleiches Geld für gleiche Arbeit. Erste Schritte, die nicht allheilsbringend sind, aber erst mal dafür sorgen, dass die Lohntüten gleich gefüllt sind.

Der Ausbildungsreport 2009 ist nachzulesen unter www.dgb-jugend.de, genauer gesagt hier.

Oslo zeigt, wie es geht!

13. Juni 2009 geschrieben von Katrin Muench  
Abgelegt unter Pogo auf dem Arbeitsmarkt

Stellt euch vor ihr arbeitet in einem Unternehmen und der Staat schreitet ein, wenn nicht genügend Frauen im Aufsichtsrat sitzen. Utopie? Nein, Realität in Norwegen. Und zwar seit 2003. In Norwegen gilt seitdem ein Gesetz, wonach in börsennotierten Unternehmen der Frauenanteil in Aufsichtsräten auf 40 Prozent aufgestockt werden muss. Andernfalls drohen Sanktionen bis hin zur Schließung des Unternehmens.

Zu hart, finden vielleicht jetzt einige. Ich finde es richtig. Solange Frauen in den Führungsgremien unterrepräsentiert sind und freiwillige Verpflichtungsbekundungen der Wirtschaft erfolglos bleiben, so lange macht eine Frauenquote für Aufsichtsräte Sinn. 


Dank Oslo ist auch in Deutschland etwas in Bewegung geraten. Endlich, denn die Situation ist alarmierend: Von 1100 Aufsichtsratsmitgliedern in börsennotierten Unternehmen liegt der Anteil auf Seiten der Anteilseigner bei 97% Männer. Nur 3% davon sind Frauen.

Die Nürnberger Resolution fordert deshalb rasche Änderungen und will entsprechend dem norwegischen Modell eine Umsetzung der 40% Frauenquote in deutschen Aktiengesellschaften bis 2013 erreichen. Unterstützer dieser Erklärung ist unter anderem der SPD-Parteivorsitzende Franz Müntefering. Hoffen wir, dass es im Herbst eine parlamentarische Mehrheit für die Frauenquote gibt.

Zeit, dass sich was dreht

13. Juni 2009 geschrieben von Katrin Muench  
Abgelegt unter Pogo auf dem Arbeitsmarkt

Was ist da eigentlich los auf dem Arbeitsmarkt? Im Sinne der Gleichstellung alles paletti? 

Hm, nö. Nichts ist in Ordnung. Oder wer bitte kann mir erklären, warum Frauen im 21. Jahrhundert für die gleiche Tätigkeit immer noch weniger Geld verdienen, als ihre männlichen Kollegen? Warum wählen die meisten jungen Frauen einen Ausbildungsplatz in sozialen und nicht in technischen Berufen? Wie bitte ist zu verstehen, dass Frauen mit besseren Bildungsabschlüssen, in den oberen Etagen der Politik-, Wirtschafts-, Wissenschafts- und Medienwelt nie ankommen?

 

Dafür gibt es keine plausible Erklärung, die uns hier weiterhelfen könnte.

Was uns aber weiterhilft, ist ein Blog, der die Missstände benennt und alternative Wege aufzeigt. Es wird endlich Zeit, dass sich was dreht auf dem Arbeitsmarkt! Macht mit, schreibt eure Erfahrungen auf und beteiligt euch an der Diskussion. Diese Kategorie wird ein Forum sein für alle Fragen zur Zukunft einer geschlechtergerechten Arbeitswelt: vom Einstieg und Aufstieg, von der Berufswahl und Arbeitszeit bis zur Entlohnung.