Merkel meint: Frag mal wieder nach!

August 27, 2009 by Katrin Molkentin  
Filed under Pogo auf dem Arbeitsmarkt

Alice Schwarzer hat Ihrer Freundin Angela einen Gefallen tun wollen und sie für die EMMA interviewt. In der letzten Ausgabe vor der Wahl sollte Angela menschlicher, weiblicher und nett rüber kommen. So plauderte diese über das Schreiben von Einkaufzetteln und gebackenen Johannisbeerkuchen.

Aber es ging in dem Gespräch neben diesen und anderen Nebensächlichkeiten auch um Politik.

Doch liest man diese Antworten, so wirkt die Kanzlerin nicht mehr nett. Vielmehr offenbart sie, wer wirklich etwas von ihr zu erwarten hat: Die Unternehmen! 

Die Unternehmen können erwarten, dass sie nicht auf ihre diskriminierenden Löhne angesprochen werden. Sie können erwarten, dass in Deutschland noch jeder Arbeitgeber selbst die Lohnuntergrenzen unterbieten kann und - das ist nun auch klar - sie können davon ausgehen, dass sie Frauen für die gleiche Arbeit nach wie vor schlechter bezahlen dürfen als Männer.

Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist von höchster Stelle abgesegnet. Anders kann die Aussage von Angela Merkel nicht interpretiert werden. Die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland rät allen Frauen die über ihre Lohntüte diskriminiert werden, ihrem Chef zu sagen, dass sich da was ändern müsste.

<Ironie> Interessant, welche Gestaltungskraft hinter dieser Bundeskanzlerin steckt.  </Ironie>